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FAQ Windschattenfahren - Eine Kraftbilanz
Man kann seine Kräfte schonen und fliegt mit ungeahnter Leichtigkeit über den Asphalt, wenn man das Windschattenfahren beherrscht.
Wenn ein Fahrer durch die Luft gleitet, erzeugt er hinter sich einen Kielsog mit starken Turbulenzen. Es entstehen Wirbel. Das heißt, hinter dem Fahrer entsteht ein Bereich mit Unterdruck und ein Bereich mit Windströmen, die sich mit dem Fahrer mitbewegen. Wenn jetzt ein weiterer Fahrer hinter dem Vordermann herfährt und es gelingt ihm, sich in den Windschatten zu lenken, dann kann man daraus einen Vorteil machen. Der Unterdruck zieht den Fahrer mit und die Wirbel schieben ihn an.
Aber nicht nur für den Hintermann ist das Windschatten fahren ein Vorteil, nein, auch der Vordermann profitiert davon, weil der Wirbel hinter ihm ausgefüllt wird. Trotzdem hat der Vordermann einen wesentlich höheren Energieverbrauch, als der Verfolger.
Es ist aber nicht immer möglich den Windschatten zu nutzen, eine weitere Möglichkeit dem Gegenwind auszuweichen und den Zug zu verringern ist, selbst stromlinienförmige Haltung anzunehmen.
Im Wettkampf kann der Windschatten, den sich die Läufer entziehen oder bieten, eine entscheidende Rolle spielen. Sicher ist jedenfalls, daß der zu überwindende Luftwiderstand besonders für den Speed-Skater eine entscheidende Größe in Bezug auf Krafteinsatz oder Kraftersparnis darstellt.
Im Bereich des Speed-Skatings gibt es noch keine genauen wissenschaftlichen Erkenntnisse über dieses Thema doch beim Radsport wurden Untersuchungen angestellt, wobei man herausfand, daß der Krafteinsatz des Windschattenfahrers bis zu 44% geringer ist, als der Krafteinsatz des Führungsfahrers (Edmund R. Brunke). Der Abstand zum Vordermann und die Geschwindigkeit sind hierbei maßgebliche Einflußfaktoren. Beim Speedskating ist die Geschwindigkeit zwar niedriger als beim Radrennen, dafür sind aber geringere Abstände zwischen den Fahrern möglich, das gleicht sich soweit aus, daß der Vergleich möglich ist.
Desto höher das Tempo und je geringer der Abstand, desto höher ist am Ende die Kraftersparnis für den Windschattenfahrer.
Bei Windstille braucht man ungefähr 80 Watt Leistung um ein Tempo von 25 km/h zu erreichen. Schon bei 15 km/h Wind hat man etwa 40 km/h von vorne, nun beträgt die zu erbringende Leistung bereits 300 Watt. Hier werden die 44% Prozent Kraftersparnis des Windschattenfahrens sehr wichtig. In der Gruppe sollte jedoch jeder einmal führen, sonst ist man schnell verschrien.
Kommt zu dem Fahrtwind auch noch Seitenwind dazu, wird versetzt gefahren. Kommt der Wind von rechts reihen sich die Windschattenfahrer leicht versetzt nach links, bei Wind von links entsprechend umgekehrt.
Regeln
Windschattenfahren muß aber geübt sein. Beim Radrennen gibt es ein paar ungeschriebene Regeln:
Die ideale Größe der Gruppe liegt bei 4 bis 10 Teilnehmern. Fahre nie zu dicht auf. Der Erste in der Gruppe trägt die Verantwortung für die Nachfolgenden, das heißt rechtzeitig vor Hindernissen warnen, etc...
Quellenangabe:
- Richtig Inline-Skating
BLV Sportpraxis Top
Ladig/Rüger
BLV Verlagsgesellschaft mbH
München 2001
- www.radmarathon.ch/frames_d/reglement/tipps
- www.exploratorium.edu/cycling/fahrradfahrens/aerodynamics2
- www.fitforfun.de/motion/guides/biken
Johanna Voigt, 31.01.2002
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